Tourismustag 2026

Am 6. Mai 2026 durften wir im Haus der Steinböcke in Heiligenblut zahlreiche Gäste zum diesjährigen Tourismustag begrüßen. Das große Interesse zeigte sich bereits am voll besetzten Veranstaltungsraum — ein starkes Zeichen für die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs innerhalb unserer Tourismusregion.

Unter dem Leitthema „Kooperation als Schlüssel zum Erfolg“ erwartete die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit spannenden Impulsen zur Zukunft des Tourismus. Im Mittelpunkt standen unter anderem die bevorstehende Tourismusreform 2025+, die Chancen verstärkter regionaler Zusammenarbeit sowie konkrete Beispiele gelebter Kooperation aus Kärnten und darüber hinaus. Auch die neue Kärnten Website als Ergebnis gemeinsamer digitaler Zusammenarbeit war Teil des Programms.

Nach den inhaltlichen Beiträgen bot sich ausreichend Gelegenheit für persönliche Gespräche, Vernetzung und Ideenaustausch. Beim kulinarischen Ausklang mit regionalen Köstlichkeiten von Nathalie Granögger und ihrem Team vom Steinbock Café sowie bei der Führung durch die Ausstellung „Der König und sein Thron“ im Haus der Steinböcke klang der Nachmittag in angenehmer Atmosphäre aus.

Ein besonderer Aspekt: Der Tourismustag wurde als Green Event zertifiziert und setzte damit auch im Bereich Nachhaltigkeit ein klares Zeichen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Vortragenden, Partnerinnen und Partnern sowie Gästen für das große Interesse und den gelungenen gemeinsamen Nachmittag.

Das Programm zum Nachsehen

Kurzüberblick zu den Vorträgen

Paula Müllmann, Geschäftsführung Hohe Tauern - die Nationalpark-Region in Kärnten

Mit ihrem Ausblick zur „Tourismusreform 2025+“ zeigte Paula Müllmann auf, welche Veränderungen auf die Nationalpark-Region Hohe Tauern zukommen und warum Kooperation künftig noch wichtiger wird. 

  • Die Tourismusreform bringt für die Nationalpark-Region Hohe Tauern einen grundlegenden organisatorischen Wandel: Aus bisher 15 Organisationen entsteht künftig eine gemeinsame Struktur.
  • Statt bisher rund 50 Tourismusfunktionären wird es zukünftig noch 12 geben – mit dem Ziel, Entscheidungen effizienter und abgestimmter zu treffen.
  • Gleichzeitig entsteht ein gemeinsames Mitarbeiterteam für die gesamte Region.
  • Der Region stehen künftig rund 2,7 Millionen Euro aus gesetzlichen Abgaben zur Verfügung, wodurch größere gemeinsame Projekte und professionelle Strukturen möglich werden.
  • Kooperation wird im neuen Tourismusgesetz mehrfach ausdrücklich eingefordert – sowohl zwischen den Tourismusverbänden als auch mit der Kärnten Werbung.
  • Dabei wurde betont, dass Kooperation mehr bedeutet als reine Zusammenarbeit: Ziel ist eine gemeinsame „WIR-Kultur“, ohne die Individualität der einzelnen Orte und Gemeinden zu verlieren.
  • Zentrale Botschaft: Die Zukunft der Region liegt in einer starken, gemeinsamen Entwicklung mit klarer Zusammenarbeit über Gemeinde- und Organisationsgrenzen hinweg.

Unter dem Titel „Gemeinsam stärker – wie Kooperation den Tourismus in Kärnten voranbringt“ gab Klaus Ehrenbrandtner einen Überblick über die neuen Aufgaben der Kärnten Werbung und die zukünftige Zusammenarbeit mit den Regionen.  

  • Die Kärnten Werbung entwickelt sich künftig noch stärker zur zentralen Drehscheibe zwischen Gästen, Regionen, Betrieben, Märkten und Partnern.
  • Mit der Tourismusreform kommen ab 2027 neue Aufgaben dazu – unter anderem landesweite Verkaufsförderung, Konzeption und Technologie für ein landesweites Gästeinfo-System, landesweite Koordination regionaler Tourismuskonzepte und Koordination der Servicierung der Tourismusbetriebe. 
  • Ziel ist es, Kräfte zu bündeln und Kärnten gemeinsam international sichtbarer und wettbewerbsfähiger zu machen.
  • Die Kärnten Werbung soll dabei nicht nur vermarkten, sondern Regionen und Betriebe künftig auch stärker servicieren, beraten und vernetzen.
  • Geplant sind unter anderem Schulungen, Webinare, Roadshows, Coachings und neue Austauschformate für Tourismusbetriebe.
  • Besonders im Fokus stehen gemeinsame digitale Lösungen, eine einheitliche Marketing- und Technologieinfrastruktur sowie die stärkere Vernetzung von Angebot und Nachfrage.
  • Die Region Nationalpark Hohe Tauern profitiert bereits jetzt von gemeinsamen Kampagnen und Kooperationen – etwa durch internationale Marketingmaßnahmen, Themenkampagnen oder die Einbindung in neue Leitprodukte wie den „Alpe Adria Roadtrip“.
  • Bei internationalen Formaten wie der „Austrian Destination Experience CEE“ werden 2026 rund 50 Reiseveranstalter und Fachmedien aus sechs Märkten nach Kärnten eingeladen – inklusive Programmpunkten in der Region Nationalpark Hohe Tauern.
  • Zentrale Botschaft: Kärnten kann langfristig nur gemeinsam stärker auftreten – mit klarer Kooperation zwischen Kärnten Werbung, Regionen und Betrieben.

In seinem Vortrag „Eine Plattform, viele Regionen – die neue Kärnten Website als Ergebnis gelebter Kooperation“ erklärte Michael Umschaden-Neubauer, warum digitale Sichtbarkeit künftig nur noch gemeinsam funktionieren wird.

  • Der digitale Reisemarkt verändert sich massiv: Bereits rund 40 % aller Suchanfragen werden direkt von KI beantwortet, ohne dass Nutzer noch klassische Websites öffnen.
  • Große Plattformen gewinnen dabei zunehmend an Sichtbarkeit: kaernten.at erreicht aktuell eine rund achtmal höhere digitale Reichweite als typische Einzelregions-Websites.
  • Gäste denken nicht in Regions- oder Verbandsgrenzen, sondern in gesamten Urlaubserlebnissen – von der Inspiration bis zur Buchung.
  • Deshalb entsteht mit der neuen kaernten.at eine gemeinsame Plattform für ganz Kärnten mit dem Ziel eines nahtlosen digitalen Urlaubserlebnisses.
  • Laut aktuellen Zahlen nutzen bereits 40 % der Reisenden KI zur Reiseplanung, während über 70 % Unterkunftsentscheidungen anhand von Bewertungen und digitalen Informationen treffen.
  • Regionen profitieren gemeinsam von mehr Reichweite, effizienteren digitalen Strukturen und einer stärkeren Auffindbarkeit in Suchmaschinen und KI-Systemen.
  • Gleichzeitig bleibt die regionale Identität erhalten: Lokale Inhalte und Besonderheiten sollen weiterhin sichtbar bleiben – eingebettet in eine starke Kärntner Dachmarke.
  • Entscheidend wird künftig sein, Inhalte konsequent aus Gastsicht zu denken und klar, aktuell sowie digital auffindbar aufzubereiten.
  • Zentrale Botschaft: „Der Gast sucht einen Urlaub – kein Organigramm.“

Als Hauptredner des Tourismustages gab Manuel Bitschnau unter dem Titel „Kooperation erfolgreich leben – Einblicke aus der Praxis einer starken Tourismusregion“ spannende Einblicke in die Entwicklung des Montafons – einer österreichweiten Vorzeigeregion für Destinationsmanagement mit Lebensraumperspektive. Viele der dort bereits umgesetzten Ansätze liefern wertvolle Impulse für die zukünftige Entwicklung unserer Region.  

  • Moderne Tourismusorganisationen übernehmen heute eine aktive Rolle in der Regionalentwicklung: Sie denken Tourismus nicht nur aus Gästesicht, sondern berücksichtigen gleichermaßen die Bedürfnisse von Einheimischen, Betrieben und Natur und greifen dort ein, wo Herausforderungen nicht mehr vom Markt allein gelöst werden können.
  • Erfolgreiche Regionen setzen auf Kooperation statt Einzelinteressen – im Montafon wurde dafür zuerst die gemeinsame Strategie geschaffen.
  • Qualität vor Quantität: Fokus auf nachhaltigen Ganzjahrestourismus statt Massentourismus.
  • Klare Profile für Orte und Angebote helfen dabei, eine Destination authentisch und verständlich zu positionieren.
  • Destinationsmanagement 4.0 bedeutet, wirtschaftliche, soziale und ökologische Interessen gemeinsam zu berücksichtigen.
  • Bürgerdialoge und Kommunikation auf Augenhöhe sind zentrale Erfolgsfaktoren für Akzeptanz in der Region.
  • Tourismusorganisationen werden zunehmend zur regionalen Drehscheibe für Entwicklung, Innovation und Zusammenarbeit.
  • Zentrale Erkenntnis: „Tourismus lebt vom Lebensraum – und der Lebensraum muss vom Tourismus leben können.“

Impressionen vom Tourismustag 2026